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Burning Bridges - Bon Jovi

Burning Bridges, ein Statement dass nicht klarer gewählt sein könnte, auch wenn es sich bei dem Album nach Aussage Jons um ein "Fan-Album" handeln soll, was immer das nun auch meinen soll. Trotzdem stehen diese zwei Worte für so viel mehr im Kontext der Band. Der Weggang Richie Samboras nach 30 Jahren gemeinsamer Bandgeschichte, den damit einhergehenden Verlust eines langjährigen Co-Writers endloser Reihen von Smash-Hits und Klassikern des poppig angehauchten Rock.


An zweiter Stelle steht die Aussage für den Weggang vom langjährigen Plattenlabel und für einen Schritt Richtung kompletter Neuanfang, soweit das nach so vielen Jahren Bandgeschichte überhaupt noch drin ist. Oder die Fans das überhaupt mitmachen.


Dieses Album sollte auf der einen Seite begleitend zur Welttournee nochmal für die Fans die Wartezeit zum "richtigen" neuen Album anfang 2016 verkürzen und zugleich ein kleines Geschenk für jahrelange Treue darstellen. Ob man dieses Geschenk als Fan überhaupt will, was für einen Ton das Album anschlägt und wo seine Stärken und Schwächen liegen werde ich im folgenden mal ein wenig erörtern, nachdem ich es jetzt ein paar Tage in Dauerrotation gehört und für mich entdeckt habe.


Und die Stimmung wird gleich zu Beginn mit dem Opener "Teardrops to the sea" sehr ruhig, beklemmend, düster und depressiver als jemals in der Bandgeschichte angedeutet. Ein Song über das Ende und ob und was danach kommt. Ein Song zum Thema Verlust, aber auch ein Song über das Bereuen, die Einsamkeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein bedrückendes Statement darüber wie Schmerzhaft allein man sich trotz all der Berühmtheit fühlen kann und darüber wie niemand einem letztlich eine Träne nachweint wenn man doch für sich alleine stirbt. Begleitet von herzzereißenden Gitarrenklängen, die wie Laute der Trauer in die Ohren gehen. Textlich ein unheimlich starker Opener und weit weg vom klassischen Gute-Laune-Rock der letzten Jahre. Ernsthaft, gefasst und düster, aber wenn man sich reingehört hat unglaublich stark. 8/10


Weiter gehts mit der Singlefraktion um "We don´t run" und "Saturday Night gave me Sunday Morning". We don´t run zeigt sich dabei direkt thematisch einerseits sehr verwandt mit den klassischen "Stand your Ground"-Hymnen der Band und man hört quasi seine Bestimmung in großen Stadien gespielt zu werden. Andersrum ist der Song ungewohnt treibend und was die Lyrics angeht fast schon zornig und agressiv. "i´m not afraid of burning bridges" sing Jon und zeigt mit einer Inbrunst, dass es weitergehen wird und soll mit der Band. Dass die Zukunft in den eigenen Händen liegt. Klasse instrumentiert, mit einem schönen Solo versehen und mit viel Ohrwurmcharakter. Ein sehr starker Song und moderner Rocker 9/10


Saturday Night gave me Sunday Morning ist dann die klassische Radiohymne. Strophe, Refrain, Strophe, Break, Refrain. Ein Song wie ihn Bon Jovi schon etliche Male geschrieben haben, der sofort zündet, bei dem man direkt weiß wo man ist und bei dem man sich als Fan direkt heimisch fühlt. Lyrisch erstmals optimistisch und positiv. Ein Song darüber dass man nie weiß was der nächste Morgen bringen kann, aber zugleich weiterhin dem Thema "Vergangenheit hinter sich lassen" verpflichtet. Morgen kommt was gutes auf uns zu sagt der Song, die Zukunft kann sich lohnen und ist erstrebenswert. Toller Song, Wohlfühlgänsehaut, Sing-Along-Charakter - echte Radiosingle. 9/10


Mit "We all fall down" bewegt sich die Band dann auf altbekanntem "Halt durch, wird schon wieder"-Terrain. Lyrisch nichts neues, ruhig und gelassen instrumentiert, ein Song der das Tempo wieder drosselt. Thematisch sicherlich erneut in das Vergangenheit-Zukunft-Thema das Albums passend, wird mit mehreren Durchläufen auch stärker, kommt aber nie wirklich über den Filler-Status hinaus und kann nur im letzten Drittel etwas mitreißen, wenn er aus dem Trott des Anfangs rauskommt. Dann kommt er mit einem schönen Solo zumindest noch etwas in Fahrt. Gefällig ohne spektakulär zu sein. 6/10


Das nächste wirkliche Highlight versteckt sich hinter "Blind Love". Ein Song der sich zunächst wie eine klassische Bon Jovi-Ballade anlässt nur um lyrisch dann doch irgendwie eine ganz andere Idee zu verkaufen. Es geht letztlich nicht einfach um die Liebe einer Person zur anderen, sondern um Vertrauen. Blindes Vertrauen auf denn anderen im Angesicht des düsteren Alltags. Aber auch Vertrauen darauf, dass die Menschen die wir vermissen weiter da sind und wir ihnen ebenso fehlen. Hoffnungsvoll aber gleichzeitig traurig und wirklich schön instrumentiert durch das Piano von David Bryan. Eingängiger Song, geht unter die Haut und zeigt songwriterische Qualitäten. 9/10


Im Anschluss geht es weiter um das Thema Liebe, aber dieses Mal nicht die gewohnt romantische Form mit "Who would you die for". Der Song lässt sich schon extrem ungewohnt an mit elektronischen Samples im Hintergrund. Die Stimmung ist von Beginn an bedrückend, sehr düster und bedrohlich. Inhaltlich geht es um Besessenheit eher als um Liebe. Darum wie man eine Person komsumieren will, weil man so extrem von ihr besessen ist. Für Bon Jovi-Verhältnisse ungewohnt harte Gitarren und die dauerhaft bedrohliche Stimmung lassen den Song herausstechen. Das böse Spiegelbild des typischen Liebeslieds - sehr gegen den Strich und grade dadurch faszienierend und ungewohnt. Aber durch die starke Instrumentierung und die genialen Lyrics eines DER Highlights des Albums. 10/10


Weiter geht es dann mit dem ersten "echten" Countrysong des Albums. Countryeinflüsse haben Bon Jovi über die letzten Jahre ja mehrfach beeinflusst und hier sind sie sehr stark zu spüren. "Fingerprints" schließt sich Thematisch an seinen Vorgänger auf dem Album an. Der Nachklang dieser Besessenheit, die Idee seinen Fingerprints (Fingerabdrücke) seiner vergangenen Liebe geschenkt zu haben. In diesem Fall stellvertretend für das was einen Ausmacht, seine Identität. Der Gedanke sich gänzlich für eine Beziehung aufzugeben und danach einfach nie mehr der Gleiche zu sein, einen Teil seiner Einzigartigkeit aufgegeben zu haben. Ebenfalls ruhig instrumentiert, fast beschwingt, tolle Strophen, wundervoller Refrain und ein erneut sehr geniale Soli, dass die Stimmung klasse trägt. Trauriger Text, erneut Vergangenheit als Thema, ein Song der unter die Haut geht und mit jedem Hören besser wird. 10/10


"Life is Beautiful" als direkter Nachfolger ist dann wieder ein Schritt Richtung Hoffnung und weg von der düsteren und fast depressiven Stimmung der letzten Songs und klingt auch wieder typischer nach den gewohnten Bon Jovi. Ebenfalls sehr Countrylastig ist es ein Song darüber die Dinge zu schätzen die man hat und das beste aus dem Leben zu machen. Entgegen der Hindernisse und Probleme die man im Leben haben mag kann man trotzdem sehen, dass das Leben lebenswert und schön ist. Hoffnungvolle Botschaft ohne wirklich was ungemein besonderes zu sein, trotzdem ein sehr schöner Song mit Ohrwurmcharakter und potenzielle Single. 7/10


Als vorletzter Song findet sich mit "I´m your Man" noch mal ein treibender Rocker auf dem Album. Ebenfalls zwar mit dem gewohnten Radiocharakter, aber gleichzeitig sehr angenehm und leicht ironisch von den Lyrics her. Der Typ für alle Fälle, den man immer anrufen kann, der immer da ist, der auf Abruf steht. Ein Kerl der sich irgendwo für alle zum Affen macht, aber gleichzeitig völlig von sich selbst überzeugt ist. Schlägt thematisch etwas in die Kerbe von "Who would you die for" - musikalisch aber ist der Song einfach viel positiver und rockiger. Die andere Seite der Medaille, ein klasse Song der ins Ohr geht und zum mitschwingen anregt. Kein Meisterstück, aber sehr angenehm zu hören. 7/10


Der Abschluss des Albums ist dann letztlich der ungewöhnlichste Song und zugleich ein echter Country-Swinger. "Burning Bridges" ist gleichzeitig ein Sing-Along, ein Song zum Mitsingen, mitschunkeln, Spaß haben und auf Konzerten gemeinsam performen. Lyrisch aber ist es zeitgleich eine bissige Abrechnung mit dem alten Label, dass mit dem Album nochmal Reibach machen wollte. Jon beschreibt die Qualitäten im Song nochmal ganz gut und sagt klar "One last song you can sell" (Ein letzter Song zum verkaufen) und "play it for your friends in Hell" (spielt ihn für eure Freunde in der Hölle) - hier richtet er sich an die Plattenfirma - im Refrain gleichzeitig auch so. Andersrum ist es ein Geschenk an die Fans für die er den Song eigentlich geschrieben hat. Ein Song zum gemeinsam Spaß haben, gemeinsam auf dem Konzert singen, tanzen und mitgröhlen. Ein schöner Rausschmeißer der mit jeder Rotation besser wird und eins der kleineren, quasi geheimen Highlights des Albums ist. 8/10


Unterm Strich ist Burning Bridges ein sehr solides Album geworden, wenn man seinen Hintergrund bedenkt. Viele Songs gehen direkt ins Ohr, einige brauchen ein paar Durchläufe bis sie zünden und Totalausfälle gibt es keine. Die Highlights sind ganz klar die Songs der neuen Marschrichtung, die weg vom klassischen Bon Jovi gehen und einen neuen Weg bescrheiten. Überhaupt geht es viel darüber sich über Obsessionen hinwegzusetzen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und in die Zukunft zu schauen. Hier vielleicht auch synonym zur Einstellung etlicher "ewig gestriger" Fans zu sehen, die sich nicht von der Idee lösen könne, dass Bon Jovi am besten immer noch da wären wo sie in den 80/90ern waren. Aber die Band entwickelt sich, probiert neues, probiert sich in anderen Gefilden, erschließt sich musikalisch neue Gründe.


Sie "verbrennt Brücken" um dann neu und gestärkt in die Zukunft zu blicken. Das Leben ist schön, auch wenn nicht immer alles klappt, man sollte seine Identität nicht verlieren und -trotzdem versuchen voraus zu schauen. Themen des Albums die zugleich Spiegel des aktuellen Zustands der Band. Das Album ist ein Album für den Weg, noch nicht das Ziel. Das Ziel kommt im Frühjahr 2016 mit dem ersten Schritt ohne Sambora, dem ersten Schritt in die Zukunft der Band - Burning Bridges ist da nur die Titelgebende Brennende Brücke, die die Band nun hinter sich gelassen hat, und ein erster Blick in die ungewisse Zukunft. Zugleich aber wohl auch eine Mahnung an die Fans, dass sie sich nicht ewig gestern aufhalten sollten sondern eben mit der Zeit gehen sollten, wie auch die Band.


Und diese Botschaft, die musikalische Umsetzung und der Gedanke hinter dem Album gefällt mir, macht Sinn und lässt mich das Album als Übergang in eine neue Ära feiern. Als Fan bin ich immer mit der Zeit gegangen und konnte auch mit neuem Material immer viel anfangen, weil ich sehe wie die Band Neues Versucht. Zugleich bin ich skeptisch geblieben, mir gefiel Lost Highway z.B. nicht besonders. The Circle hingegen war eine Offenbarung, weil textlich enorm stark. Und Burning Bridges? Respekt für die Idee, viel respekt für die Umsetzung - ein Album das wächst je öfter man es hört, kein Album für jederman, erst recht keins für den Skeptiker der es nach dem ersten Durchlauf in die Ecke pfeffert - aber auf jeden Fall eins dass einen für seine Geduld belohnt. 7,5/10

22.8.15 12:06, kommentieren

Day-One-Patches, Spielereleases und Bugfeste

Okay, ich habe mich lange zurückgehalten was zu dem Thema zu sagen, im Grunde bin ich auch jemand der sich nicht unbedingt über solche Themen aufregen mag, aber irgendwann ist gut.

Ich habe mir grade eben die Handsome Collection von Borderlands zugelegt, die Borderlands 2 sowie Borderlands the Pre-Sequel umfasst - inklusive aller DLCs die bisher erschienen sind. So sagt zumindest die Werbung mit der das Spiel in die Läden kommen sollte.

Nun wollte ich also das Spiel starten, dachte mir dann aber - moment, kurz checken ob es einen kleinen Day-One-Patch oder sowas gibt - nur um festzustellen, dass dieser 8,3 GB umfasst (nur um das mal zu überlegen bzw. in Relation zu sehen - das sind knapp 2 reguläre DVDs randvoll mit Material die beim Release NICHT im Spiel sind). Ich habe mich also durchs Internet geforscht und festgestellt (hier nachzulesen (Link): Borderlands Handsome Collection Day-One-Patch ), dass dieser Patch mit seinen 8,3 GB auf der PS4 im Vergleich zum 16 GB (das sind mehr als 3 randvolle DVDs) großen XBox One-Patch sogar noch klein ausfällt.

Warum es mich stört? Gut ja, die Entwickler sind so nett diese Patches zum Release rauszuhauen und ermöglichen einem das Spiel daheim dann schnell auf den aktuellsten Stand zu bringen. Die Frage die sich mir dann aber stellt - WARUM bringt man das Spiel unfertig auf den Markt? Ich meine warum steht ein Produkt im Laden das unfertig ist. Bei einem Kinofilm werden die letzten 5 Minuten doch auch nicht erst am Erscheinungstag für alle Kinozuschauer auf DVD mitgeliefert, damit man sie sich daheim anschauen kann. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass Spiele, insbesondere große AAA-Titel mit ihren enorm großen Spielwelten fehleranfällig sein können. Aber warum bringt man es nicht fertig, das Spiel dann ne Woche, bzw. die benötigte Zeit zur FERTIGSTELLUNG nach hinten zu verschieben (passiert ja mit allen anderen Dingen wie z.B. Filmen auch dann und wann) - wie z.B. Rockstar-Games mit GTA V für den PC es mehrfach gemacht hat oder CD Project RED mit The Witcher 3?

Ich kann verstehen, dass solche Verschiebungen grundlegend natürlich die Glaubwürdigkeit eines Release-Datums untergraben, wenn es nicht eingehalten werden kann und dass heutzutage Werbekampagnen mit Exklusiv-Editionen und Vorbesteller-Boni im Hinterkopf konzipiert werden, Saturn, Müller, Media Markt oder andere Ketten ihre "Exklusiv-Versionen" haben wollen und der Markt enger geworden ist. Aber wir als Konsumenten und Videospiel-Fans können doch besser damit Leben etwas später das FERTIGE Spiel in Händen zu halten und direkt losspielen zu können als daheim erstmal einen Patch von der Saarland-Größe runterladen zu müssen um das Spiel "fertig" zu machen für das wir grade Geld bezahlt haben.

Sicher, man mag nun argumentieren, dass die Entwickler ja so gut zu uns sind das Spiel am Erscheinungstag mit diesen Patches "fertig" zu machen, aber warum nicht vorher? Früher zu Super-Nintendo-Zeiten, ja selbst in der CD-ROM und DVD-Ära (Playstation 1+2, Gamecube, XBox) war es normal, dass ein Spiel fertig auf den Markt kam, weil es diese Möglichkeit des nachträglichen Nachbesserns nicht gab. Manchmal dauerte es dann halt seine Zeit bis es kam, aber man konnte es in die Konsole schmeißen und loslegen.

Bei meiner Wii U hatte ich das Problem bislang nicht bzw. nur im minimalen Rahmen, alle Spiele kamen "fertig" auf die Konsole und ich konnte immer direkt loslegen wenn ich wollte, auch wenn häufiger generelle Firmware-Updates für die Konsole an sich mit dem Release neuer Spiele zusammenfielen. Aber die Spiele an sich waren fertig.

Wenn Nintendo das heute noch kann, warum bekommen andere Entwickler das nicht hin? Sicher, Nintendo verschiebt seine Zelda- und Mario-Titel gerne 2-3 Mal nach hinten - aber ich warte gerne darauf, wenn sie dann fertig auf den Markt kommen. Entwickler nehmt euch ein Beispiel daran, klammert euch nicht an Release-Termine sondern nehmt euch die Zeit die euer Spiel braucht um wirklich fertig zu werden. Arbeitet nicht mit dem Gedanken im Hinterkopf "Wir brauchen eigentlich noch 2 Wochen - aber man kann ja nen 10 GB Day-One-Patch hinterherwerfen" - arbeitet mit dem Gedanken "Der Konsument will ein fertiges Spiel das er direkt zocken kann - das bin ich ihm schuldig".

Denn die Katastrophen die Spiele wie Gothic 3 zu Release damals waren, Bug-Verseuchte, nahezu unspielbare Abscheulichkeiten, die erst über Wochen oder Monate in einen brauchbaren Zustand gebracht wurden, will keiner. Sie Kosten viel mehr Reputation als ein 1-3 Wochen nach hinten verschobener Release-Termin. Jowood ist dank dieser Politik seinen Entwicklern Release-Termine aufzudiktieren kaputt gegangen. Andere Publisher hatten ähnliche Probleme. Wer am Markt längerfristig Erfolg haben will, sollte sich ein Beispiel an Rockstar, Blizzard oder auch Nintendo nehmen - auf Qualität hinarbeiten und zur Not eine lange Beta-Testphase vorausschicken um eine möglichst geringe Fehlerdichte zu gewährleisten und dann eventuell noch vereinzelt vorhandene Bugs später zu entfernen - nicht stur auf Release-Daten schauen und diese auf Gedeih und Verderb halten wollen, denn das ist einer der Punkte der uns Gamern neben der positiven Erfahrung mit guten Spielen immer wieder die Suppe versalzt.

Ich sage von mir aus, dass ich gerne länger auf ein Spiel warte, wenn es fertig im Laden steht, das ärgert mich jedenfalls um Welten weniger, als ein unfertiges Spiel oder einen 8,3 GB Day-One-Patch hingeworfen zu bekommen und dabei den Frust darüber runterschlucken zu müssen, dass ich einen vollen Preis für etwas unfertiges bezahlt habe. Von DLCs mag ich dabei nichtmal anfangen, das ist ein ganz anderes Thema und wird sicher auch noch behandelt - dazu nur so viel: Es spielt für mich auch ganz stark in diese Idee unfertiger Spiele hinein, für die ich Vollpreis bezahle, aber es grenzt noch viel mehr an Unverschämtheit, weil die fehlenden Inhalte nicht kostenlos kommen, sondern ich erneut zur Kasse gebeten werde.

27.3.15 15:32, kommentieren

Asterix der Gallier und Horrorfilme (inklusive Kurzreviews)

Der Titel lässt den Inhalt erahnen - doch wie passt das zusammen?

Kurzum, ein Trödelmarktbesuch kann so einiges zu Tage fördern was einem alte Hobbies wieder ins Gedächtnis ruft und zugleich die Sammlung erweitert. Denn ich bin, wie manche sicherlich wissen, Sammler von Filmen - und hier kommen auch die Horrorfilme ins Spiel, denn davon haben sich vergangene Woche über diverse Quellen neue Einträge in meine Sammlung geschlichen.

Hier fange ich erstmal an mit ein paar Infos zu den Neuzugängen und dem was ich darüber bereits sagen kann:

Army of Darkness (Armee der Finsternis):
Sam Raimis Directors Cut dieses Kultfilms auf BluRay war eigentlich lange überfällig, aber man schiebt Filme die man an sich schon hat ja gerne immer mal wieder auf die lange Bank. Den Film hatte ich mir ursprünglich irgendwann mal auf auf DVD beschafft und diese Fassung auch dann und wann mal angesehen - aber da er der aus der Evil-Dead-Trilogie am leichtesten zu besorgende Eintrag ist war der Bedarf nach einem Update hier recht gering. So, im Zug einer 5 für 20 Aktion war es dann doch so weit, denn für 4€ auf BluRay kann man nichts falsch machen.

Im Zuge der gleichen Aktion kamen weitere Filme hinzu:

Into the Dark:
Gestern gesehen - und ich muss sagen obwohl ich aufgrund von Mischa Barton in der Hauptrolle und der Idee "Romantik meets Horror" erstmal extrem skeptisch war, war ich am Ende doch sehr positiv überrascht. Sicherlich, einige Logikfehler und schlichte *Hand-vor-die-Stirn-Hau*-Momente waren durchaus dabei (Appartementhaus ohne Treppenhaus...ja...), aber die fielen dank der hervorragenden Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern und der ruhig und schön inszenierten Liebesgeschichte nicht unbedingt ins Gewicht. Dazu kam die zweite Hälfte des Films wo er sich zu einem echten Gruselfilm wandelt und mit seiner düsteren Geistergeschichte zu unterhalten weiß. Die Story um Verlust und die Frage was man bereit wäre für seine Lieben aufzugeben blieb durchgehend interessant und wurde visuell ansprechend umgesetzt. Im Horrorteil hätte man durchaus weniger mit den Taschenlampen in die Kamera leuchten dürfen, aber auch hier gefielen Aufbau, Stimmung und Setting gut. Unterm Strich eine sehr positive Überraschung. 8/10

When the Lights went out:
Das Setting im England der 70er wurde hervorragend eingefangen, die Charaktere sind recht interessant und die Reibungspunkte innerhalb der kleinen Familie bestehend aus Vater, Mutter und Tochter sind und bleiben spürbar. Allerdings ist der Film sicherlich eher Familiendrama mit Mysteryelementen als echter Horrorfilm. Dazu kommen einige unfreiwillig komische Momente im Umgang mit dem "Geist" des Hauses und fertig ist eine relative Enttäuschung. Das Setting war nicht wirklich meins, die Story war interessant genug um zumindest interessiert zu halten und das Finale war zwar von der Stange aber doch überraschend kurzweilig inszeniert (wenn auch mit ein paar zu vielen Computereffekten). Unterm Strich was zum einmal schauen...4-5/10

The Innkeepers:
Geisterhotelgeschichte mit einem tollen, unterhaltsamen und witzigen Hauptdarstellergespann, einem interessanten Setting, guter Regiearbeit und Kameraführung und einigen spannenden Momenten. Insgesamt aber sicherlich eher kein "echter" Horrorfilm sondern eine in teilen spannend erzählte Geistergeschichte ohne viele echte Grusel-Höhepunkte. Trotzdem kurzweilig und recht sehenswert - zum Einstieg in einen Horrorabend durchaus geeignet um sich "einzugruseln". 6/10

The Abandoned:
Sehr spannend und gut erzählte, extrem ungewöhnliche Geisterhausgeschichte, die in einem Anwesen in den Wäldern Russlands spielt. Gute Hauptdarsteller, ein spannender Plot, durchgehend hervorragende und sehr düstere Atmosphäre und viele dadurch entstehende Gänsehautmomente mit toller Gruselstimmung und fertig ist ein sehr positive Überraschung in diesem Segment. An einigen Stellen etwas holprig und der Einstieg dauert vielleicht ein klein wenig zu lange, aber spätestens ab der ersten Nacht im russischen Wald wird der Film wirklich gut. Das Ende ist außerdem mal erfrischend konsequent und anders als erwartet. 7-8/10

Des weiteren Ghost Ship, Freitag der 13., Halloween (Rob Zombie Remake) und Silent Hill auf DVD - die ich alle bereits gesehen habe und auch empfehlen kann, die aber als "bekannte Filme" keine genauere Betrachtung bekommen aktuell.

So und was hat das alles mit Asterix zu tun?
Auf dem gleichen Trödelmarkt der mir die zuletzt genannten Filme in die Sammlung spülte fand ich einen Stand an dem es für 5€ 3 Asterix-Hefte gab (zur Erinnerung: 5,95€ kosten die neu einzeln!) - also habe ich mir einfach mal 6 dieser Alben geleistet, für nen 10er kann man da nicht viel sagen. Und ich durfte feststellen - schlechter werden die nicht. Ich hab selbst noch ein paar hier rumstehen gehabt im Comicregal und die Sammlung endlich mal etwas auszubauen ist bei diesen unterhaltsamen Klassikern der europäischen Comicgeschichte doch irgendwie schön gewesen. Und damit einher geht auch gleich die Empfehlung an alle Comicfans die gegen semi-edukative Unterhaltungsliteratur nichts haben sich doch mal wieder durch die alten Asterix-Alben zu schmökern - darin finden sich doch viel mehr Popkultur-Referenzen und Anspielungen aufs Heute als man sich vielleicht erinnern mag - denn die meisten werden sie sicher als Kind zuletzt zur Hand genommen haben.

So - das wäre es erstmal - ein paar Horrorreviews, Asterixhefte und die Erkenntnis, dass man doch viel mehr erzählt als man zunächst vorhatte. Als dann - bis zum nächsten - euer Snake

17.3.15 14:16, kommentieren

Back in the Saddle...

Puh - die Sache mit dem Blog ist ja irgendwie im Sande verlaufen, warum auch immer - jetzt allerdings, nachdem mir der eine oder andere mal sagte, ich sollte doch meine Filmkritiken, Kommentare oder ähnliches auf einer eigenen Plattform und nicht nur bei Facebook veröffentlichen habe ich mir irgendwie die Idee des Blogs zurück in den Kopf geholt. Also - hier bin ich wieder, mal sehen für wie lange dieses Mal. Ich schätze ich werde mich vorwiegend weiterhin dem Medium Film widmen - andersrum werde ich weiterhin dann und wann meine Gedanken kundtun oder das eine oder andere sonstige Produkt meiner Gehirnwindungen hier präsentieren. Lets see how far it gets this time...

17.3.15 13:51, kommentieren

Atemberaubend und zauberhaft - Oz the Great and Powerful

Heute endlich in Oz the Great and Powerful gewesen. Und eins vorab: es war zauberhaft. Sicherlich nicht ohne einige kleinere Probleme, aber das Gefühl stimmte absolut, doch ich greife vor.

Der Jahrmarktszauberer Oscar Diggs, kurz Oz, gerät nach einem wenig erfolgreichen Auftritt mit seinem Heißluftballon in einen Tornado, der ihn in das wundersame Land Oz verschlägt. Dort hält man ihn für den prophezeiten Befreier, den großen Zauberer von Oz, der dem Land den Frieden zurückbringen und die böse Hexe Glinda vernichten soll. Doch kann der Schwindler mit seinen Taschenspielertricks tatsächlich den Erwartungen entsprechen?

Oz erzählt die Geschichte des großen Zauberers von Oz, des Mannes also, dessen projizierter Kopf im großen Finale des Klassikers The Wizard of Oz Dorothy den Weg nach Hause weisen sollte. Im Grunde geht es also um den Weg vom Scharlatan hin zum großen Magier der im Film ausgiebig beleuchtet wird. Oz selbst wird von James Franco verkörpert, mit dem Regisseur Sam Raimi bereits in der Spider-Man-Trilogie zusammengearbeitet hat. Für leichte Irritationen sorgt hier die deutsche Synchronfassung, da Franco die Synchronstimme seines Leinwandkonterparts Tobey Maguire alias Peter Parker bekommen hat, doch daran gewöhnt man sich recht schnell. Davon abgesehen macht Franco seine Sache sicherlich nicht perfekt, doch er gestaltet die Figur auf eine äußerst interessante Weise aus. Es stellt sich bei seiner Performance jedoch die Frage, ob er intentional den schlechten Schauspieler gibt, der Oz mit seinen übertrieben pathetischen und ausufernden Darstellungen ist, da er zum Finale hin durchaus mit toller Darstellung glänzt. Somit ist anzunehmen, dass sein Schauspiel bis zum letzten Drittel auf Basis der Schwächen seiner Figur ausgestaltet ist und dadurch so seltsam anmutet.

In der weiteren Schauspielriege spielt sich natürlich wie fast immer die bezaubernde Michelle Williams in die Herzen der Zuschauer. Undurchsichtig doch ungeheuer charmant macht sie ihren Job und reißt viele der Szenen an sich. Die beiden anderen Hexen Evanora (Rachel Weisz) und Theodora (Mila Kunis) agieren ebenfalls auf hohem Niveau und machen ihre Sache überzeugend. Die wundervollste Leistung ist allerdings die von Joey King, die das kleine Porzellanmädchen spielt.

Bei den Nebendarstellern gibt es nämlich zwei animierte, zum einen erwähntes Porzellanmädchen, zum anderen einen geflügelten Affen, dem Zach Braff Mimik und Stimme lieh. Während Braff einen überaus witzigen und sympathischen Sidekick für Oz abgibt stiehlt King allen anderen die Show. Die filigran animierte Porzellanpuppe wirkt durchgehend so süß, niedlich und überaus zerbrechlich, dass man ihr die gekonnten Kommentare gar nicht zutrauen würde. Ein Zauber umgibt diese Figur, der für Gänsehaut sorgt und etliche Szenen mit dem kleinen Wesen aus Porzellan sind so herzallerliebst und berührend, dass man es kaum glauben mag. Diesen Zauber erlebt man heute im Kino nur noch äußerst selten und er geht nicht nur von dieser animierten Figur aus.

Auch den Moment des Übergangs nach Oz umgibt dieses wohlige Gefühl und zudem ist er ein echter Augenöffner. Dadurch, dass der Beginn komplett in 4:3-Format und Schwarz-Weiß gehalten ist, gelingt es eine gewisse triste Stimmung auszugestalten, die dann auf wundervolle Weise durch das Ausweiten des Formats auf die komplette Kinoleinwand und den Einsatz der Farben gebrochen wird. Überhaupt sieht Oz in seiner vollen 3D-Pracht einfach atemberaubend gut aus. Sicher gibt es die eine oder andere Stelle, an der die Umgebung einen gewissen CGI-Charme ausstrahlt, doch die meiste Zeit gelingt die Illusion absolut und das gesamte Land von Oz wirkt aus einem Guss und perfekt komponiert.

Genial komponiert ist auch der Score von Danny Elfman, der die Stimmungen der Szenen genial untermalt und einfach eine tolle Dichte besitzt. Die Stücke, allen voran das Titelthema, geben dem Film viel von seinem Zauber und stellen einen der stärksten Scores zu einem Blockbuster dar, den ich in den letzten Jahren hören durfte.

Die Story ist klasse geschrieben und passt als Prequel perfekt zum Klassiker von 1939. Dabei sind die Figuren wundervoll ausgearbeitet und als Zuschauer fiebert man auch absolut mit. Auf etliche Elemente des großartigen Wizard of Oz wird angespielt und das nicht nur so offensichtlich wie durch den Wirbelsturm und den Wechsel von Schwarz-Weiß zu Farbe. Viele mehr oder weniger offensichtliche Andeutungen auf Figuren wie die Vogelscheuche, den Zinnmann, den feigen Löwen aber auch auf die spätere Funktion des Zauberers werden gemacht. Liebhabern des Klassikers hat Raimi hier jedenfalls mit seiner liebevollen Würdigung in Form seines Films viel zu entdecken gegeben.

Dabei besitzt der Film jedoch trotzdem absolut genug Eigenständigkeit, um in seiner Form zu überzeugen. Er verliert sich nicht in Querverweisen oder versucht sich als Kopie, sondern erzählt mit eigener Magie und eigenen, hervorragenden Bildern, eine Geschichte die zu begeistern weiß. Sicherlich könnte man nun argumentieren, dass trotzdem vieles von den Handlungsmustern schon dagewesen sei, oder dieses Prequel unoriginell sein, doch hier widerspricht Raimi mit seinem Stil und seinem genialen Gefühl für Timing. Außerdem sind wie erwähnt die Figuren klasse geschrieben und keine davon, ausgenommen vielleicht die bösen Hexen, entspricht irgendeiner aus dem Wizard of Oz.

Zudem lässt Raimi immer wieder seinem ganz eigenen Sinn für Humor den Lauf und besonders zum Ende hin gelingen dadurch schöne kleine Überraschungen, die Spaß machen. Trotzdem schafft er es, damit nicht den Stil des restlichen Films so zu brechen, dass die Einschübe unpassend oder gar störend wären.

Und dann wäre da noch das unbeschreibliche Gefühl, dass der Film hinterlässt. Die Wärme, die Ehrlichkeit und die Sorgfalt, die der Film in jeder Minute ausstrahlt verschaffen einem Gänsehaut. Die eine oder andere Träne, Lächeln, Mitgefühl, all das hat der Film bei mir ausgelöst und am Ende hat er mich glücklich entlassen. In der Gewissheit, dass Kino seinen Zauber anscheinend noch nicht verloren hat - dass in all den Remakes, Prequels, Sequels und Reboots dann und wann doch noch ein Funke dessen steckt, was für mich das Wunder des Films mal ausgemacht hat.

Und dafür bin ich dann auch bereit über das eine oder andere Setpiece hinwegzusehen, dass zu sehr nach Plastik ausschaut, über die eine oder andere Unausgegorenheit. Denn die Figuren haben mich in ihren Bann gezogen, einige waren sogar herzerwärmend wundervoll, die Geschichte war toll und klasse erzählt und auch das Finale war eins, dass diesen Namen wirklich verdient hat. Nur um Eines würde ich wirklich bitten wollen: KEINE FORTSETZUNG! Dieser Film ist wundervoll und danach kommt für mich The Wizard of Oz und nichts anderes gehört dazwischen. So ist es perfekt und jede Fortsetzung wäre wider das Gefühl, das der Film auslöst.

10/10 Punkte für eine Erfahrung, die zu machen ich nicht vorbereitet war. Und ein Dankeschön an Sam Raimi, der mir ein Stück vom Glauben an das Kino zurückgegeben hat.

16.3.13 02:32, kommentieren