Cinematic Snakepit

Filme, Comics, Musik und das Leben...
 
 

Die rabenschwarze Geburt eines Genres - Night of the Living Dead

 

Wenn vom Genre der Zombiefilme die Rede ist, kommt jedem Kenner ein Name sofort in den Sinn: George A. Romero. Und eben dieser Mann war es, der dieses Genre 1968 mit seinem Low-Budget Horrorfilm Night of the Living Dead erst aus der Taufe hob. Und obgleich der Zombie an sich bereits lange zuvor in Film und anderen Medien aufgetaucht ist, ist es erst Romeros eigenwillige Uminterpretation des Zombies zum Menschenfressenden, eigenständig agierenden Monstrum, die das Genre bis heute ausmacht. Der Film, welcher noch Jahrzehnte später als Kult-Klassiker gehandelt und von Millionen von Filmfreunden bis heute hoch geschätzt wird, hat nichts von seiner Faszination verloren. Romeros Werk, das seit 1999 sogar im National Film Registry als erhaltenswertes Kulturgut eingetragen ist und mit einem Budget von nur 114.000 $ realisiert wurde, gilt selbst über 40 Jahre nach seinem Entstehen noch als Meilenstein der Filmgeschichte. Doch woher rührt diese Anziehungskraft? Ich werde versuchen, mich diesem Film ein wenig zu nähern.

Inhalt:

Johnny und seine Schwester Barbara besuchen das Grab ihres Vaters auf einem Friedhof auf dem Land, als sie plötzlich von einem Mann attackiert werden. Dieser ringt mit Johnny und stößt ihn zu Boden, wo er regungslos liegen bleibt, nachdem er sich den Kopf an einem Grabstein angestoßen hat. Barbara flüchtet vor dem Mann, der sie nun verfolgt. Nachdem sie mit knapper Not in ein scheinbar verlassenes Farmhaus entkommen konnte, sieht sie sich mit einer gänzlich neuen Situation konfrontiert. Wenig später kommt der Afroamerikaner Ben hinzu, welcher sie unterstützt. Doch wie sollen die zwei sich gegen die stetig wachsende Meute der nach Menschenfleisch gierenden Untoten wehren, die sich um das Haus schart? Ein verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt..

Kritik:

Um einen solchen Film zu rezensieren ist es unerlässlich sich um dessen Eigenarten zu kümmern. Hier sind es insbesondere die für einen Horrorfilm untypisch gut gezeichneten Figuren, die deutlichen gesellschaftskritischen Aspekte und die ungeheuer dichte Inszenierung, die viel vom Charme dieses Werkes ausmachen. Von daher wird darauf auch im Folgenden der Fokus liegen.

Figuren und gesellschaftskritische Aspekte:

Die Grundkonstellation des Films ist regelrecht Kammerspielartig aufgebaut. Sämtliche Protagonisten des Filmes finden sich letztlich in dem kleinen Haus ein, in dem auch nahezu die gesamte Handlung des Films abläuft. Neben den beiden recht früh feststehenden Figuren der Barbara und des Ben kommen nach einiger Zeit einige weitere Überlebende hinzu, die die Gruppe vervollständigen. In dieser Zusammensetzung sieht sich die kleine Schar einer schier übermächtigen Gefahr gegenüber. Doch es sind weniger die Untoten vor dem Haus als vielmehr die Lebenden innerhalb, die zur eigentlichen Gefahr werden.

Romero gelingt es, die Figuren derart zu dynamisieren und in ihrer Beziehung zueinander so aneinander reiben zu lassen, dass die Spannung im Laufe des Films stetig ansteigt, bevor sie sich im Finale gnadenlos entlädt. Dabei steigt die Spannung durch die unterschiedlichen Handlungsebenen sowohl in Bezug auf die Ereignisse im Haus, als auch im Bezug auf die außerhalb des Hauses. Während die Zombies die meiste Zeit auf ihre Chance lauern, der Insassen des Gebäudes habhaft zu werden und dabei lediglich eine Art Hintergrundbedrohung bilden, ist es vor allem die finstere Stimmung hinter den verschlossenen Türen und vernagelten Fenstern, die zu brodeln beginnt.

Die Figuren werden von ihren Darstellern überzeugend verkörpert und wirken dadurch, insbesondere gemessen an den typischen, eher platten, üblichen Horror-Protagonisten anderer Filme, angenehm lebendig. Es fällt als Zuschauer nicht schwer, eine gewisse Bindung zu den handelnden Personen aufzubauen. Durch die in Form weniger, doch gut gesetzter, Akzente eingebrachten Charakterisationen gewinnen die Figuren an Substanz, die spüren lässt, dass es nicht einfach nur um den Horror durch die bösartigen Untoten geht. Es geht natürlich um das Überleben, doch es ist kein Zufall, dass es letztlich der nach damaligen Maßstäben unangepassteste der Handlungsträger, der Afroamerikaner Ben, ist, der sich am vehementesten gegen die anströmenden Massen zur Wehr setzt. Wie ein Spiegel der Gesellschaft, spielt Romero mit Vorurteilen und der Idee der Massenkonformität, der sich kleine Minderheiten entgegenstellen. Gesellschaftskritisch gesehen kann der Film auf einer Ebene überzeugen, die ihre Aktualität nie verlieren wird. Das gibt Night of the Living Dead das Zeitlose, was noch heute daran geschätzt wird.

Die Zombies selbst sind nach heutigen Maßstäben lachhaft minimalistisch dargestellt, treffen aber in ihrer Präsentation im Grunde exakt den Kern dieser Monstren, der sie immer ausgemacht hat. Sie bewegen sich schlurfend, hinkend, quälend langsam, doch stets von unstillbarem Hunger getrieben, voran. Dabei sind sie von Kugeln und Hieben nicht zu beeindrucken. Die bis heute in den Genrekonventionen fest verankerten Hausmittel gegen Zombies werden jedoch hier bereits etabliert. Romeros Untote fürchten sich vor Feuer und sind auch äußerst brennbar, dazu vertragen sie keine harten Schläge auf den Kopf. Treffer aus einer beliebigen Schusswaffe ins Nervenzentrum sind ebenfalls eine effektive Art, ihnen den Garaus zu machen. Der langsam, aber auf Dauer sicher tödliche Biss des Zombies feiert auch hier bereits seine Premiere und dass die Verwandlung danach schnell und vollständig über die Bühne geht, ist ebenfalls erhalten geblieben. So sind die Zombies, welche sich bis heute kaum verändert haben, im Grunde schon damals ein Abbild Lebenskraft – ja – Fleisch konsumierender Gleichheit, die sich in quälend langsamen Tempo über die gesamte Menschheit auszubreiten sucht. Und wie wehrhaft sich die kleine Gruppe auch gegen diese Form der Assimilation stellt, der Kampf scheint aussichtslos, der Weg in die Arme der Masse unausweichlich.

Inszenierung:

Inszenatorisch gibt sich Romero keine Blöße. Der Film ist meisterhaft gefilmt und strotzt nur so vor genialen Einstellungen. Wenn beispielsweise Todesszenen oder Tötungen passieren, gelingt es ihm, den Fokus stets auf Täter und Opfer zu halten und die Tat selbst zur Nebensache werden zu lassen. Dadurch wird die Bindung zur Figur auch über die Kamera aufrecht erhalten und die Aufnahme selbst distanziert sich vom Geschehen. Während Romero dieses Schema den gesamten Film über aufrecht erhält, sind die Konsequenzen des Handelns der Figuren zwar immer auch Thema, jedoch nie Selbstzweck. Die Zombies werden zwar abgewehrt oder auch endgültig getötet, doch die teilweise recht blutrünstig inszenierte Tat rückt stets in den Hintergrund, der Täter, dem oft der Schrecken ins Gesicht geschrieben steht, bleibt im Zentrum des Interesses.

Ein Beispiel für den genialen Einfallsreichtum in der Inszenierung ist die Idee der Aufnahme innerhalb der Aufnahme, wenn die Figuren später einen Fernseher in Gang setzen. Dabei ist die Kamera so postiert, dass sie den Rahmen des Fernsehers im Bild hat und das Geschehen innerhalb des Fernsehers verfolgt. Während sich die Kamera außerhalb des TV-Bildes dann nicht bewegt, kann es trotzdem passieren und wird auch so inszeniert, dass das Bild im Bild auf dem Fernseher trotzdem eine Kamerabewegung beschreibt. Diese unvergleichliche Dynamisierung des Bildes innerhalb der statischen Kameraeinstellung sucht ihresgleichen und ist bis heute vielzitiertes Stilmittel.

Doch auch andere Einstellungen sind oftmals von mitunter tollen Einfällen geleitet. So gibt es später das eine Szene, gefilmt aus dem Inneren eines stehenden Trucks, aus dem sich die Untoten an einer Leiche bedienen. Die Leiche selbst ist nur als Andeutung zu sehen, doch die Parallele zu einer Selbstbedienungstheke wird erst durch diesen genialen Shot möglich. Solche Spielereien gönnt sich Romero über die gesamte Laufzeit des Filmes und vermittelt so seine Botschaft zugleich über die Handlung und über die Gestaltung des Bildes selbst. So sieht es aus, wenn ein Regisseur weiß, was er mit seinem Film sagen will und auch weiß, wie er es über das Bild zum Ausdruck bringt. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Film auch trefflich ohne Dialoge funktionieren würde. Die stets angemessene und gut gesetzte Beleuchtung tut ihr Übriges bei der gelungenen Gestaltung der Bilder.

Die Musik hingegen unterstützt die bedrohliche und düstere Grundstimmung, die den gesamten Film über aufrecht erhalten wird noch zusätzlich. Der finstere Score, komponiert von William Loose, stützt die Bilder und das Geschehen gekonnt und wirkt hervorragend. Ohne sich in den Vordergrund zu drängen oder aufdringlich zu wirken ist er doch stets präsent und verursacht ein stetes Unbehagen beim Zuschauer. So sollte ein Score in einem solchen Film sein, was leider heutzutage viel zu selten der Fall ist. In der Regel verlassen sich Filme heute viel zu sehr darauf, dass der Sound die Szenerie bestimmt und mit lauten Effekten dominiert, anstatt sie zu stützen und voranzutragen.

Kritikpunkte sind bei diesem Werk praktisch nicht vorhanden. Die enorm dichte Stimmung, geniale Inszenierung und interessante Handlung mit gutem Spannungsbogen lassen keine Langeweile aufkommen. Nach heutigen Maßstäben sieht man dem Film natürlich sein Alter an, die Zombies sind eher unfreiwillig komisch und viele der damals absolut innovativen Ideen haben sich im Laufe der Jahre über alle Maße insbesondere im Horrorgenre abgenutzt. Trotzdem, wenn man sich auf die Stimmung und die Geschichte ein- und sich einfach fallen lässt, entfaltet Night of the Living Dead auch heute noch eine morbide Faszination, die einen so schnell nicht mehr loslässt.

Fazit:

Als Meilenstein des Horrorgenres und zugleich Urvater eines der bis heute beliebtesten Subgenres, dem Zombiefilm, macht Night of the Living Dead auch heute noch eine hervorragende Figur. Die Stimmung ist zutiefst bedrückend, der Score unterstützt diese und die hervorragende Kameraarbeit und der geniale Schnitt tun ihr Übriges. Da stören die heute fast lächerlich wirkenden Untoten oder die natürlich in die Jahre gekommenen Effekte wenig, wenn man bereit ist, sich von dem Film gefangen nehmen zu lassen. Romeros Erstling ist ein regelrechtes Meisterwerk glorreicher Handwerkskunst, der auf allen Ebenen funktioniert und bis heute in diesem Genre nur selten erreicht wurde (und wenn, dann im Regelfall von Romero selbst in einer der mittlerweile 5 Fortsetzungen).

Wer bereit ist, sich von seinem Blick durch die Effektbrille nicht für das Wesentliche blind machen zu lassen und sich einfach offen für den Film zeigt, wird sicherlich nicht enttäuscht und bekommt einen genialen kleinen Streifen präsentiert, den eigentlich jeder Filmfreund zumindest einmal gesehen haben sollte.

Von mir bekommt Night of the Living Dead volle

10/10 Punkte,

weil er mich einfach umgehauen und über alle Maße begeistert hat. Auf allen Ebenen stimmt es hier und der Film unterhält nicht nur von vorne bis hinten, er bietet auch etwas für den Kopf und für das gewillte Auge eines Filmfreundes. Somit spreche ich ihr eine klare und sehr deutliche Empfehlung für dieses, und ich scheue mich nicht das Wort hier noch einmal zu benutzen, Meisterwerk aus und hoffe, ich konnte den einen oder anderen dazu bringen, dem Film auch heute noch eine Chance zu geben.

11.7.12 13:34, kommentieren

Frühjahrsputz im Sommer

Zunächst mal ist ja eigentlich gar nicht Sommer, überall vielleicht, nicht in Deutschland...wir haben bestenfalls "Rommer", halt Regensommer. Regen, Regen, Regen, noch ein wenig Regen und vielleicht ein bisschen Sonnenschein. Über die drei Tage am Stück zuletzt kann man sich ja fast freuen wie über einen größeren Geldpreis oder'n Vierer im Lotto oder sowas.

 

Ich kann mich trotzdem damit arrangieren, ist halt meine Heimat, kann man nix machen. Und immer noch besser als, naja, wo eigentlich? So furchtbares Wetter hat doch keiner, aber egal.

 

Frühjahrsputz im Sommer hab ich gestern gemacht. Aufgestanden und saubergemacht, aufgeräumt, gesaugt, Staub gewischt, gefegt, gewischt. Alles schön saubermachen halt. Reinigung von Grund auf, Bude auf vordermann bringen, aufmöbeln quasi. Jetzt ist´s wieder lebenswert da drin, vorher wars auch schön, aber so mit ein wenig Ordnung ist´s doch irgendwie besser. Man findet seine Sachen wieder und die Kätzchen-Fußtapser auf dem Boden sind auch weg, was laufen die dreisten Biester auch immer durch jede Pfütze? Egal, weg damit. Jetzt gefällts wieder. Danach? Erstmal bisschen Gameboy spielen, Breath of Fire, Rollenspiel, Port einer 1993er Version, die allerdings hier in Europa nie erschien. Herrliches Spiel, bissschen wie Final Fantasy auf GBA, schöne Sache das.

 

Und nun? Naja, in zwei Tagen sind die Staubflocken wieder da Laminat halt. Der Staub auf der restlichen Einrichtung? Eine Frage von wenigen Tagen, in Duisburg liegt Ruß in der Luft, egal wie lang die Zeche zu ist, rußig ist´s nach wie vor. Fensterputzen ist da ne denkbar undankbare Sache, aber naja. Zum Leben ist Duisburg okay, zum Sterben wäre es nichts. Nächster nachgezogener Frühjahrsputz im Rommer? Wenn die Tapser wieder da sind, vorher reicht der Staubsauer, da gehen die beiden Katzen eh stiften. Bis dahin? Möglichst wenig Staub aufwirbeln...

11.7.12 13:23, kommentieren

Sommerferien

Da sind sie nun, wie jedes Jahr, die Sommerferien. Wenn die Straßen plötzlich erschreckend leer sind und die Spritpreise wieder mal in exorbitante, fast perverse Höhen schnellen, um die letzte Tankfüllung vor der großen Reise noch einmal lukrativ werden zu lassen, dann spürt man diesen besonderen Zauber in der Luft.

 

Selbstredend ist diese Zeit nicht jedermanns Sache. Ich als Student habe ja erstmal gar nichts davon. 6 Wochen frei? Woher denn, ich muss erstmal noch zwei Wochen warten, um danach 3 1/2 Monate nen Lauen zu machen. Anfang Oktober ist die "Vorlesungsfreie Zeit" aká Semesterferien nominell vorbei. Dann kommen aber erstmal Prozederes wie Einführungswoche für die neuen Studenten oder Prüfungswoche an die Reihe, die den eigentlichen Semesterstart noch einmal locker-flockige zwei Wochen nach hinten verschieben.

 

Ist das jetz fair? Schulkinder bekommen fröhliche 6 Wochen des nahtlosen Nichtstuns, wir armen Studenten 3 1/2 Monate, die aber angefüllt sind mit Prüfungen, Hausarbeiten, Bibliotheksbesuchen, Blockseminaren und Klausuren. Zumal man ja damit bei ein wenig Anstrengung locker nach einem Monat fertig sein kann. Was tun mit all der Freizeit? Rumsitzen? Sicher nicht! Arbeiten? Ja, erzählt das mal dem BAföG-Amt, die wollen jeden extra verdienten Cent quasi vorgezeigt bekommen, dann wird der penibel auf das Jahreseinkommen hochgerechnet und der Studi wird zur Kasse gebeten. Hat ja zu viel Geld bekommen, der Gute. Herrlich, also fällt für BAföG-Bezieher angemeldete Ferienarbeit ebenfalls flach. Also Schwarzarbeit? Schädigen wir doch ein wenig die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft, weil der deutsche Verwaltungsapparat uns für ehrliche Arbeit bestraft. Schön, da frohlockt das Herz. Hindert sie aber trotzdem nicht daran, gefühlte 100 Mal neu zu berechnen, was man gezahlt bekommt, nur um immer mal wieder aus unerfindlichen Gründen (und ohne dem Amt jemals neue Daten angegeben zu haben) irgendwo was nachzahlen zu dürfen. Schöne Sache.

 

Und da soll noch mal einer behaupten, Studenten seien faul. Wir werden doch gezwungen entweder schwarz zu arbeiten (super Alternative), nicht zu arbeiten (weil BAföG), unsere Freizeit zu opfern (damit wir uns die Wohnung OHNE BAföG leisten können) oder in Hotel Mama leben zu bleiben (ja, da freut man sich doch, mit 26 noch bei Mutti). So viel dazu, Studenten sind faule Schmarotzer und sowieso und überhaupt.

 

Was soll ich sagen? Schöne Sommerferien, genießt sie solange ihr könnt. Und glaubt nicht Student zu sein wäre die Sonnenseite. 3 1/2 Monate Semesterferien, wer braucht die schon, wenn man währenddessen eh zum Nichttun verdammt wird. Und glaubt mir, das ist nach 2 Monaten lange nicht mehr so schön, wie es sich vorher anhört. Ehrlich!

 

Und jetzt runter von meiner Sonnenliege, ich will hier in ruhe chillen, so lange es noch Spaß macht. 

1 Kommentar 9.7.12 10:45, kommentieren

Vom Mann, der nie genug Sahne haben kann

Kennt ihr das, dieses Gefühl, dass man einfach nur den Kopf gegen die Wand schlagen möchte? Ich bin überzeugt, der Mann, um den es jetzt geht, kennt es definitiv.
 
Man stelle sich vor, ein junger Mann geht mit einer Freundin gemeinsam einkaufen. Es geht um ein paar Kleinigkeiten, Sahne, Katzen-Leckerli, Dies und Das eben. An der Kasse sitzt ein über alle Maßen freundlicher und fast unheimlich gut gelaunter Kassierer, der den beiden mit strahlendem Lächeln eine Begrüßung entgegenschmettert. Es wird abgerechnet, gezahlt, alles wie es sein sollte. Mit erneut vollem Zahneinsatz und Grinsekatzen-Gedenk-Lächeln verabschiedet der nette Typ seine Kunden und entlässt sie in ein hoffentlich gutes weiteres Wochenende.
 
Gemeinsam daheim wird Kuchen gebacken und...naja, Sahne geschlagen, oder sollte ich sagen, Butter gemacht? Der Mann hat nämlich nicht die geringste Ahnung, das Sahne bei zu langem Schlagen die Konstistenz von fest-fluffig in letztlich eher unschön-körnig verändert, was schließlich zu einem eher butterartigen Genußmittel führt, welches sich wenig zum Einsatz auf köstlichem Kuchen eignet.
 
So kommt eins zum anderen und der Weg zum nicht näher benannten mittel- bis hochpreisigen Lebensmittel-Discounter wird erneut zurückgelegt. Dieses Mal leicht resigniert und mit hängenden Schultern. Also erneut zum Kühlregal, Sahne raus, auf zur Kasse. Dieses Mal ist es eine Kassiererin, der der nur noch halb so gut gelaunte Kassierer (er darf schließlich nicht mehr kassieren, der Arme) über die Schulter schaut. Sie kassiert, auf gehts mit der Sahne nach hause.
 
Indessen wurde sich mit einer leicht penetranten Großmutter darauf geeinigt, dass die Butter-Sahne doch gar nicht so furchtbar schmecke und nun doch zum Kuchen-Einsatz käme. Gefällt den beiden Protagonisten aber herzlich wenig, weshalb zwar die gekaufte Sahne trotzdem nicht mehr zum Einsatz, aber die Lust zum Verzehr des butterartigen Zeugs auch nicht unbedingt aufkommt.
 
So gehts auf zur dritten Runde, mit nunmehr ungemein unbegeistertem Gesichtsausdruck schlendert der Mann erneut zum bekannten Discounter, dessen Name sich eventuell auf Kleve reimt und streift erneut durch die Regale. Mit dem wilden Entschluss im Kopf, sich nun einfach mit fertiger Sprühsahne zu behelfen eilt er durch die Gänge. Er findet, er jubiliert innerlich und zahlt erneut bei der nun doch leicht irritiert dreinschauenden Kassiererin von eben. Vom gut gelaunten Kollegen ist indessen keine Spur mehr zu sehen. Nach dem Erwerb der Fertig-Sprühsahne im praktischen Behältnis geht es ein weiteres Mal nach hause.
 
Während der Großteil der Familie nach erfolgreicher Überzeugungsarbeit durch die Großmutter das butterartige Zeug "genießt", ziehen sich unsere beiden Helden in die Abgeschiedenheit eines anderen Zimmers zurück und genießen köstlichen Erdbeerkuchen mit leckerer Sprühsahne. Sollen die anderen ruhig die seltsame Plörre essen.
 
Von Sahne hatte der Mann indessen genug und die Kassierer sicher auch von ihm. Beim nächsten Mal gibts nur noch Sahne aus dem Zylinder, so leicht Sahne schlagen auch sein mag, alles andere ist zu stressig.
 
<-- Sahnige Aussichten
 

1 Kommentar 7.7.12 17:39, kommentieren

The Amazing Spider-Man Rezension

Samstagabend, 20:30 Uhr im Cinemaxx Krefeld. Nachdem ich eine halbe Stunde fröhlichen Stumpfsinns in Form von Werbung und dem neuen Format „Mehr als Kino“ mit Steven Gätjen über mich ergehen lassen musste ging der Film dann auch endlich los. Und so viel sei vorab gesagt: Er hat mich für die Qualen in Gätjens Filmkaschemme entschädigt.

Inhalt:

Peter Parker ist der typische Loser. Kommt bei der Damenwelt nicht an, wird vom Schulrüpel Flash Thompson mehr als eindeutig gemobbt und seine Eltern haben ihn früh verlassen, so dass er nun bei seinem Onkel Ben und seiner Tante May lebt. Er hat kein schlechtes Leben, ist ein wissenschaftliches Genie und verdient nebenbei ein wenig Geld als Hobbyfotograf. Als er jedoch die alte Aktentasche seines Vaters im Keller findet, stößt er auf einige Fakten, die ihn letztlich zu dessen Forschunspartner Dr. Curtis Connors führen, welcher bei der Firma Oscorp an artenübergreifender Genetik arbeitet, um Gliedmaßen nachwachsen zu lassen. Bei einer Führung durch den Komplex verlässt Peter die Gruppe und wird von einer sonderbaren Spinne gebissen. Fortan entwickelt er erstaunliche Fähigkeiten, die er nach dem Tod seines Onkels durch einen Verbrecher zur Bekämpfung selbiger einsetzt. Spider-Man ist geboren und schon bald bekommt er es mit weit mehr zu tun, als ein paar Hinterhofgangstern. Eine neue Spezies ist in der Stadt und nur der freundliche Wandkrabbler aus der Nachbarschaft kann sie aufhalten. Schließlich folgt aus großer Kraft auch große Verantwortung…

Kritik:

Wie groß waren die Entrüstungsstürme von Millionen von Fans, nachdem Sam Raimi bekanntgab, dass Spider-Man 4 für ihn gestorben sei. Fortan wollten auch Tobey „Spider-Man“ Maguire und Kirsten „M.J. Watson“ Dunst nichts mehr von dem Projekt wissen. Damit jedoch die Rechte nicht zurück an Marvel fallen, war Columbia Pictures gezwungen, einen Film aus dem Franchise in die Kinos zu bringen. Und so wurde mit Marc Webb ein neuer, vom Namen her durchaus passender, Regisseur gefunden, der die ganze Geschichte rebooten sollte. Im Zuge des qualitativen Debakels bei Spider-Man 3, der überladen und einfach zu viel war, und im Nachklang des großen Hypes um Christopher Nolans The Dark Knight sollte der neue Spidey vor allem ernsthafter und düsterer werden. Ähnlich wie die Saga um den dunklen Ritter sollte The Amazing Spider-Man, so der Titel des neuen Films, die Abgründe der Figur ausloten und ihr mehr Tiefe geben. Zugleich war das Projekt jedoch auch um mehr Realismus bemüht und dementsprechend ist die Origin-Story um die Spinne auch angelegt. Artübergreifende Genetik also, wodurch letztlich auch Echse und Spinne aus dem gleichen Fundus stammen, obgleich der Wandkrabbler nach wie vor seine Fähigkeiten per Zufall erhält, während die Echse eher einem letztlich missglückten Laborexperiment gleicht.

Figuren:

Doch ob nun so oder so entstanden, beide machen eine tolle Figur. Und hier setzen wir auch an, bei den Figuren. Andrew Garfield war im Vorfeld eine sehr umstrittene Besetzung. Zu groß die Angst vieler Fans, dass der Film zu sehr auf die „Generation Twilight“ zugeschnitten sein könnte. Hier kann jedoch Entwarnung gegeben werden. Auch wenn Garfield weißgott keine schauspielerische Offenbarung oder gar ein richtiger Außenseiter ist, spielt er doch seinen Peter Parker mit dem nötigen Ernst und angemessener Präsenz. Und obgleich er dabei leider ständig eine Art „Daniel Radcliffe Gedächtnis-Lächeln“ spazieren trägt, weiß er doch wenn es darauf ankommt zu überzeugen. Wenn ihm die Tränen kommen, dann wirkt das glaubwürdig, wenn er als Spider-Man herumalbert ebenso. Von daher ist hier der Job erfüllt worden. Doch insbesondere im Kostüm macht er eine noch viel bessere Figur. Die schlaksige, dadurch weit spinnenartigere und doch athletische Figur Garfields passt einfach enorm gut zu Spidey, der dadurch auch wesentlich agiler wirkt. Dazu jedoch später mehr.

Rhys Ifans in der Rolle des Dr. Curtis Connors ist der Antagonist und als solcher natürlich ebenfalls gefordert. Er spielt seinen Part mit viel Leidenschaft und macht in seiner Darstellung eine Menge Spaß. Eine leicht bedrohliche Atmosphäre umgibt ihn bereits vor seiner Verwandlung in die Echse und macht ihn undurchsichtig für den Zuschauer. Dabei wird er jedoch nie bösartig oder grundlegend schlecht dargestellt. Bis zum Ende ist er eher Opfer der Umstände, die ihn in das Monster verwandeln. Als perfekter Konterpart zu Spider-Man, mit ähnlicher Entstehung, doch letztlich dem Entscheid zu dunklen Seite, spielt die Echse als Spiegelbild zu Spider-Man eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des jungen Helden. In ihm erkennt sich Peter wieder und kommentiert seine Mission ihn zu stoppen letztlich damit, dass er ihn geschaffen habe. Und eben diese Frage ist es doch auch, die Batman oft zugrunde lag. Gäbe es die Superschurken auch, wenn es den Helden nicht gäbe. Dieser fast philosophische Ansatz in der Idee des Superhelden an sich lädt zum Nachdenken ein, auch wenn er hier natürlich ganz pragmatisch zu klären ist, da es Peters Ideen zu Connors Formel waren, die das Echsen-Serum erst möglich machten. Trotzdem liegt der Gedanke legitimerweise jedem Selbstzweifel eines Helden zugrunde, da nur durch die Helden die Schurken überhaupt notwendig wurden, um dem Leser in der Realität Spannung zu bieten.

Gwen Stacy, gespielt von Emma Stone, übernimmt dieses Mal den Part des „love interest“ für Peter. Seine Freundin von der High School ist Praktikantin bei Connors und Tochter des Polizeichefs Captain George Stacy, verkörpert von Denis Leary. Durch die insbesondere später eher prekäre Lage, in der sich Peter befindet, ist die Beziehung alles andere als einfach. Seine Freundin und Vertraute Gwen als Tochter seines ärgsten Widersachers bei den Behörden, der ihn als gesetzlosen Vigilanten darstellt und jagen lässt, sobald er sein rot-blaues Body-Suit anlegt. Doch vom ihm lernt Spidey letztlich ein Maß an Verantwortung, welches er zuvor auf seinem Rachefeldzug für seinen Onkel Ben nicht entwickeln konnte. Das gibt tolle Charakter-Momente für die Figur Peter Parker und weiß absolut zu gefallen. Dadurch gewinnt er an Profil und man kann sich besser in ihn hineinfühlen. Emma Stone macht ihre Sache gut und hat einige sehr gute Szenen, insgesamt bleibt sie jedoch eher ein Eye Candy mit ihrer unglaublich reizenden und niedlichen Art. Leary als ihr Vater ist ebenfalls sehr präsent und bei seinen Auftritten steht er niemals hinter den anderen Figuren zurück, tolle Leistung.

Ein wenig im Hintergrund bleiben insbesondere Martin Sheen als Onkel Ben und Sally Field als May Parker. Die beiden haben keine so tragende Rolle, spielen letztlich vor allem für die Charakterbildung des jungen Peter eine Rolle und können sich nur wenig Profil erspielen. Auch wenn Martin Sheen insbesondere durch seine prägenden Worte gegenüber Peter einen tollen Glanzmoment hat, bleiben beide unangenehm blass. Auch der motivationale Aspekt Spider-Mans, den Tod seines Onkels zu rächen wird durch die regelrecht abhakende Art, wie die Tat geschieht, wenig deutlich. Es kommt einem fast vor, als wäre zwischen der Origin-Story und dem ersten wirkliche Widersacher diese Initialzündung dessen, was Spidey immer ausgemacht hat, irgendwie vergessen worden. Das ärgert insbesondere als Fan, wenn man weiß wie prägend dieser Moment in Peter Parkers Leben war und kostet den Film doch an dieser Stelle ein wenig von seiner ansonsten sehr guten Geschlossenheit.

Effekte und Kämpfe:

Bei den Effekten gibt es hingegen überhaupt nichts zu meckern. Wenn Spider-Man durch die Häuserschluchten schwingt, ist das einfach nur beeindruckend. Atemberaubende Bewegungsabläufe, wahnwitzige Agilität und eine Schnelligkeit die ihresgleichen sucht, machen den neuen Spidey aus. Im Gegensatz zum Raimis Spinne bekommt Webbs Wandkrabbler eine ansprechende Sequenz spendiert, in der er seine Fähigkeiten ausbildet und schult. Mit einer leichten Referenz auf die Lagerhallen-Szene aus Footlose beeindruckt Peters Solo-Trainings-Einlage enorm. Wenn er mit Skateboard und unter Einsatz all seiner Fähigkeiten in einem verlassenen Hafengebäude trainiert, dann macht das schon ordentlich was her. So kauft man ihm dann in seinen Kämpfen die spektakulären Bewegungsabläufe auch durchaus ab.

Bei den Kämpfen ist ohnehin sehr viel mehr Bewegung drin als noch bei Raimi. Seine Kämpfe hatten ebenfalls Dynamik, ohne Zweifel, aber diese beeindruckende Agilität und Bewegungspalette hat er nicht einmal im dahingehend tollen dritten Film erreicht. Hier springt, klettert, netzt, schwingt, kriecht und schlägt Spidey mit einer so unglaublichen Frequenz, dass einem beinahe die Augen rausfallen. Das alles ist klasse umgesetzt und wirkt zugleich angenehm von Regieseite ausgefeilt wie auch stets dem Kampf entsprechend von Spidey improvisiert. Diese Verbindung zwischen dem natürlichen Aussehen und der peniblen Choreografie ist absolut klasse und steht den von Joss Whedon für The Avengers erdachten Kämpfen in nichts nach. Dabei gelingt es sogar immer wieder die grenzwertigen Sprüche Spideys einzuflechten, die seine Comicauftritte so auszeichnen.

Überhaupt wurde sich in vielen Belangen sehr an den Comics orientiert. Etliche Sequenzen und Szenen könnten direkt aus einem Comic stammen. Die Optik ist farbenfroh und an angemessenen Stellen auch durchaus düster. Aber insgesamt wirkt sie wunderbar Comicartig. Vor allem wenn Spidey durch die Straßenzüge schwingt und mitunter das Bild auf die Egoperspektive umspringt, wird man regelrecht ins Geschehen gezogen. Dabei hilft auch ein gut platzierter und nicht überladener 3D-Effekt, der tatsächlich seinen Teil zum Film beiträgt. Wo er keinen Effekt hätte, etwa bei einer normalen Unterhaltung zwischen zwei Figuren, kann man bequem die Brille absetzen, da lässt Webb ihn weg. Wenn es jedoch an die dynamischen Kämpfe geht, wird er geschickt eingesetzt, jedoch nie so, dass man den Überblick verliert. Dafür gibt’s ordentlich Pluspunkte im 3D-Überladenen Niemandsland dieser Tage. Hier ist der Effekt tatsächlich ein Gewinn für die entsprechenden Szenen.

Ins Reich der Effekte gehört natürlich noch die Verwandlung und Darstellung der Echse. Hier wurde alles richtig gemacht. Die nötige Balance zwischen der Comic-Echse in ihrer klassischen Form und der eher realistisch angelegten Film-Echse wurde gefunden und die Bestie in Bewegung ist wunderbar animiert. Auch in Nahaufnahmen überzeugt das Gezeigte absolut und ist absolut konkurrenzfähig mit den tollen CGI-Schöpfungen der letzten Jahre wie Cesar und dem Hulk. Herrlich auch die klassische Comic-Referenz, wenn die Echse im Laborkittel auftaucht und nun wirklich nach der ganz klassischen Echse aus dem ersten Comic-Auftritt von 1963 aussieht. Für Fans ein toller Tribut, ebenso wie der obligatorische Cameo von Stan Lee, der hier zum größten Lacher des Films wird. Ein Original eben.

Der Score aus der Feder James Horners tut seinen Dienst und überzeugt die meiste Zeit völlig. Insbesondere in den Kämpfen ist er treibend und aufreibend wie er sein sollte. Auch in ruhigeren Szenen können die Töne überzeugen, auch wenn der Score nicht mehr ganz diesen beeindruckenden Ohrwurm-Faktor von Danny Elfmans Score für die Raimi-Filme erreicht. Mitunter sind die Stücke wirklich klasse und zum Ende hin beeindruckt die Klangkulisse absolut, trotzdem bleibt Elfman im Rennen um den stärksten Score Sieger mit minimalem Vorsprung.

Schwächen:

Bereits erwähnt habe ich die Schwäche der Initialzündung durch Onkel Bens Tod, welcher Spider-Man erst die wahrhaftige Motivation gibt, die ihn zur Verbrechensbekämpfung bringt. Das wurde hier eben eher vernachlässigt.

Ebenfalls eher stiefmütterlich behandelt wird die viel angepriesene Einbindung von Peters Eltern Richard und Mary Parker. Zu Beginn kurz mysteriös eingeführt und als Handlungstriebfeder kurz genutzt wird danach das Geheimnis um Peters Vater in den Hintergrund gestellt, wodurch das Auftreten von Peters Eltern etwas unmotiviert wirkt. In der Hoffnung, dass dieser Handlungsstrang in einem sicherlich folgenden zweiten Teil aufgegriffen und stärker ausgearbeitet wird, lässt sich das jedoch einigermaßen verschmerzen.

Ansonsten drängt sich lediglich die Frage auf, warum der doch beileibe nicht unattraktive Andrew Garfield in der Schule dermaßen gehänselt wird. Zudem drängt sich die Frage auf, warum er bereits kurz nach Beginn seine Kontaktlinsen gegen die nicht unbedingt Image-Zuträgliche Brille seiner Vaters tauscht. Nostalgie in allen Ehren, diese platte Einführung des klassischen Peter Parker Looks ist leider eher unfreiwillig komisch und leicht unlogisch.

Fazit:

The Amazing Spider-Man ist der Spidey geworden, den man sich als Fan gewünscht hat. Unglaublich agil und schnell präsentiert sich der beliebte Wandkrabbler hier und setzt wirklich alle seine unglaublichen Fähigkeiten zur genüge ein. Insbesondere der vermehrte Netzeinsatz innerhalb der Kämpfe zeigt, dass sich die Choreographen Gedanken um die Fähigkeiten ihrer Superwesen gemacht haben. Auch der Lizard nutzt zum Beispiel seinen Geruchssinn, selbstredend über die Zunge, es ist schließlich ein Reptil, als er etwas sucht. Solche absolut passenden Einsätze der Fähigkeiten erfreuen einfach, weil sie durchdacht und comicnah sind. Die Effekte sind absolut auf dem neuesten Stand, 3D wird dezent und nur in angemessenen Sequenzen eingesetzt, wo es auch Sinn macht. Darstellerisch ist der Film gut bis sehr gut einzuordnen, alle Figuren werden gut mit Leben gefüllt und insbesondere Garfield kann als der bessere Parker und vor allem der deutlich bessere Spidey überzeugen. Und ich muss dazu erwähnen, dass ich großer Fand der Raimi-Filme war und bin und auch Tobey Maguire immer als perfekten Peter Parker sah. Aber diese moderne Interpretation Peter Parkers weg vom Bücherwurm hin zum Außenseiter durch Unangepasstheit ist genau der richtige Ton für einen heutigen Spidey.

Gemessen an der Raimi-Trilogie und im Hinblick auf andere Comicverfilmungen der letzten Jahre bekommt The Amazing Spider-Man von mir

9/10 Spinnen,

weil er einfach unglaublich vieles richtig macht, insbesondere in den Bereichen Comic-Verständnis und Figurenzeichnung. Auch die Dynamik des Films und seine Effekte sind genial. Alles in allem ein absolut gelungener Reboot, der den anderen Filmen in nichts nachsteht und doch ganz eigene Wege geht. Von mir als Spidey-Fan in den bereichen Comics UND Film gibt es jedenfalls eine dicke Empfehlung für DIE Comic-Überraschung des Jahres, der qualitativ dem übergroßen The Avengers in Nichts nachsteht.

Noch ein Tipp zum Abschluss: Die ersten 2 Minuten Abspann sollte man sich geben und sitzen bleiben, es gibt eine kurze Szene nach den Credits zu sehen, der Inhalt soll hier unerwähnt bleiben.

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