Cinematic Snakepit

Filme, Comics, Musik und das Leben...
 
 

Vom Mann, der nie genug Sahne haben kann

Kennt ihr das, dieses Gefühl, dass man einfach nur den Kopf gegen die Wand schlagen möchte? Ich bin überzeugt, der Mann, um den es jetzt geht, kennt es definitiv.
 
Man stelle sich vor, ein junger Mann geht mit einer Freundin gemeinsam einkaufen. Es geht um ein paar Kleinigkeiten, Sahne, Katzen-Leckerli, Dies und Das eben. An der Kasse sitzt ein über alle Maßen freundlicher und fast unheimlich gut gelaunter Kassierer, der den beiden mit strahlendem Lächeln eine Begrüßung entgegenschmettert. Es wird abgerechnet, gezahlt, alles wie es sein sollte. Mit erneut vollem Zahneinsatz und Grinsekatzen-Gedenk-Lächeln verabschiedet der nette Typ seine Kunden und entlässt sie in ein hoffentlich gutes weiteres Wochenende.
 
Gemeinsam daheim wird Kuchen gebacken und...naja, Sahne geschlagen, oder sollte ich sagen, Butter gemacht? Der Mann hat nämlich nicht die geringste Ahnung, das Sahne bei zu langem Schlagen die Konstistenz von fest-fluffig in letztlich eher unschön-körnig verändert, was schließlich zu einem eher butterartigen Genußmittel führt, welches sich wenig zum Einsatz auf köstlichem Kuchen eignet.
 
So kommt eins zum anderen und der Weg zum nicht näher benannten mittel- bis hochpreisigen Lebensmittel-Discounter wird erneut zurückgelegt. Dieses Mal leicht resigniert und mit hängenden Schultern. Also erneut zum Kühlregal, Sahne raus, auf zur Kasse. Dieses Mal ist es eine Kassiererin, der der nur noch halb so gut gelaunte Kassierer (er darf schließlich nicht mehr kassieren, der Arme) über die Schulter schaut. Sie kassiert, auf gehts mit der Sahne nach hause.
 
Indessen wurde sich mit einer leicht penetranten Großmutter darauf geeinigt, dass die Butter-Sahne doch gar nicht so furchtbar schmecke und nun doch zum Kuchen-Einsatz käme. Gefällt den beiden Protagonisten aber herzlich wenig, weshalb zwar die gekaufte Sahne trotzdem nicht mehr zum Einsatz, aber die Lust zum Verzehr des butterartigen Zeugs auch nicht unbedingt aufkommt.
 
So gehts auf zur dritten Runde, mit nunmehr ungemein unbegeistertem Gesichtsausdruck schlendert der Mann erneut zum bekannten Discounter, dessen Name sich eventuell auf Kleve reimt und streift erneut durch die Regale. Mit dem wilden Entschluss im Kopf, sich nun einfach mit fertiger Sprühsahne zu behelfen eilt er durch die Gänge. Er findet, er jubiliert innerlich und zahlt erneut bei der nun doch leicht irritiert dreinschauenden Kassiererin von eben. Vom gut gelaunten Kollegen ist indessen keine Spur mehr zu sehen. Nach dem Erwerb der Fertig-Sprühsahne im praktischen Behältnis geht es ein weiteres Mal nach hause.
 
Während der Großteil der Familie nach erfolgreicher Überzeugungsarbeit durch die Großmutter das butterartige Zeug "genießt", ziehen sich unsere beiden Helden in die Abgeschiedenheit eines anderen Zimmers zurück und genießen köstlichen Erdbeerkuchen mit leckerer Sprühsahne. Sollen die anderen ruhig die seltsame Plörre essen.
 
Von Sahne hatte der Mann indessen genug und die Kassierer sicher auch von ihm. Beim nächsten Mal gibts nur noch Sahne aus dem Zylinder, so leicht Sahne schlagen auch sein mag, alles andere ist zu stressig.
 
<-- Sahnige Aussichten
 

7.7.12 17:39

Letzte Einträge: Back in the Saddle..., Asterix der Gallier und Horrorfilme (inklusive Kurzreviews)

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jasmin (7.7.12 18:09)
Yo Bruda, du hast es drauf.

Unterdessen saß eine panische kleine Schwester, die morgen ihren Geburtstag mit köstlichstem Bienenstich feiern wollte, panisch vor dem Laptop der Mutter, las diesen Artikel und stieß einen unsagbar erleichterten Seufzer aus, als sie das Wort "Erdbeerkuchen" las.
Wehe in meinem Bienenstich ist Plörre enthalten! ;D

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen