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Linkin Park are back! - Living Things Review

 

12 Jahre nach ihrem absolut genialen Debut-Album Hybrid Theory kommen Linkin Park mit ihrem neuen Werk Living Things endlich wieder da an, wo sie die ganze Zeit hingehörten. The true Hybrid Theory könnte man Living Things wohl nennen, es hört sich nämlich letztlich wie die konsequent zuende gedachte Idee des Hybriden an, als der Linkin Park sich zu Beginn ihrer Karriere präsentiert  haben.

 

Rezension:

Auf dem Album wechseln sich harte mit ruhigeren Stücken ab, treibende, ja regelrecht voranpeitschende mit fast schon als besinnlich zu bezeichnenden. Dabei wird es von Anfang bis Ende nicht langweilig, sondern bietet mit jedem Stück etwas Eigenes. Die Elektronik-Elemente der Vorgängeralben, die mit dem letzten Output A Thousand Suns unangenehm überhand genommen haben und das Album für viele Fans zur Enttäuschung werden ließen, wurden nun wieder gezielt zur Unterstützung des Bandeigenen Sounds genutzt und sorgen mit dafür, dass Linkin Park wieder wie sie selbst klingen. Dazu gesellen sich gewohnt Rap- und Metalelemente, gepaart mit eingängigen Melodien und Refrains die sofort ins Ohr gehen. All das wird wie früher vorgetragen von den beiden Stimmen Mike Shinodas und Chester Benningtons, die mehr denn je perfekt harmonieren. Mitunter singen sogar bei einzelnen Tracks wie Roads Untravelled beide gemeinsam, wodurch ein ganz eigener Klang entsteht, der für Gänsehaut sorgt.

 

Songs und Sound:

Die Songs  bieten im Grunde für jeden Geschmack etwas und das Album legt mit Lost in the Echo sehr gut los und bietet direkt einen der besten Songs der jüngeren Bandgeschichte mit allem was die Band ausmacht, Raps, Gesang, alles drin. Vor allem das enorm gute In my Remains sorgt jedoch dafür, dass das Album gleich zu Beginn einen so genialen Eindruck hinterlässt wie zuletzt Meteora 2002. Bei In my Remains wechseln sich treibende und sehr rockige Passagen mit den stilleren Strophen ab, bevor der Song gegen Ende in einem großartigen Schlussakt gipfelt, der Gänsehaut bereitet. Ein wirklich beeindruckendes Stück. Mit Burn it Down hat man leider bereits einen der schwächsten Tracks des Albums ausgekoppelt. Es mag zum Teil der Tatsache zu schulden sein, dass der Song bei der EM dermaßen totgenudelt wurde, dass man ihn kaum mehr hören mochte, aber vor allem liegt es an den sehr vorausschaubaren Songstrukturen und dem durchgehenden Midtempo, dass der Song nicht richtig fetzt. Klar, er geht ins Ohr, aber insgesamt ist das ein bisschen zu sehr 08/15, zu gewollt Single.

 

Richtig Zunder gibt anschließend aber wieder Lies Greed Misery, der beim ersten Hören zwar sehr verwirrend klingt und mit vielen Stimmungswechseln aufwartet, aber sich zunehmend zum Geheimtip des Albums entwickelt, je öfter man ihn hört. Mikes Raps wechseln sich mit Chesters Shouts ab, der zum Ende des Songs hin nochmal richtig aufdrehen darf. Dieses scheinbar wirre durcheinander an Ideen wächst zu einem genialen Ganzen zusammen, was einen beeindruckt zurücklässt. Ganz großes Tennis, bevor es mit I´ll be Gone erneut einen amtlichen Rocker zu verzeichnen gibt, der mit großer Dramatik, tollen Strophen und einem genialen Refrain aufwarten kann. Zudem stellt der Song eine von Chesters besten Gesangsleistungen auf dem Album dar. Mit viel Gefühl und kräftiger Stimme gesungen, dazu der sehr straighte Sound, ein wuchtiger und sehr guter Song.

 

Absolutes Highlight des Albums ist der folgende Song Castle of Glass, mit seinem eher metallisch-elektronisch klingenden Beginn  und den Keyboards kreiert er zunächst eine interessante Stimmung, die dann von Shinodas toller Stimme durchbrochen wird die dem Song Richtung gibt. Anschließend schleicht sich immer wieder Chesters Stimme dazu, was einfach gut klingt. Der Song nimmt immer mehr an Tempo zu und die einzelnen Instrumente schalten sich nach und nach ein, wodurch die Kulisse immer dichter wird und einen am Ende schlicht beeindruckt entlässt. Ein wirklich toller Song, wenn auch eher ruhig gehalten. Mit dem anschließenden Victimized wird diese Stimmung jedoch direkt wieder gebrochen und der absolute Brecher des Albums tritt ins Licht. Shinodas treibende Strophen gepaart mit animalischen Shouts seitens Chester, dazu knallharte Gitarren und scheppernde Drums, ein Song der umhaut. Leider mit unter 2 Minuten viel zu kurz beeindruckt dieses kurze Intermezzo trotzdem absolut und bleibt direkt im Kopf hängen, bevor die Platte mit Roads Untravelled sofort wieder das Tempo rausnimmt. Der ruhige Song mit den Klavier- und Glockentönen und einer wunderschönen Stimmung ist ebenfalls Gänsehautlieferant und gefällt sehr. Zudem besitzt er mit die schönsten Lyrics des gesamten Albums, die ohnehin gewohnt gut ausgefallen sind.

 

Mit Skin to Bone rocken und rappen Linkin Park im klassischen Stil weiter. Treibender Sound, schöner Rhythmus, gute Strophen die sich mit dem Refrain zusammentun. Angenehmer Song, gut zu hören, wenn auch kein absolutes Highlight. Einen weiteren Ausbruch leistet sich das etwas aus dem Rahmen fallende Until it Breaks. Gangster-Harte Raps von Mike knallen einem um die Ohren und der bisherige Stil des Albums wird komplett durchbrochen. Ärgerlich, wenn auch nicht als Totalausfall zu werten. Wenn Chester das Geprügel durchbricht macht der Song auch wieder wirklich Spaß und bringt die Stimmung zum Ende hin wieder in die richtige Spur. Mit dem anschließenden elektronischen Bridge-Song Tinfoil wird auch schon die Brücke zum Finale Powerless geschlagen, das erneut mit großartigen Lyrics aufwartet. Wieder ein eher ruhiger Song mit Weltuntergangs-Charakter macht das Stück alles richtig. Gänsehaut verursachende Strophen, absolut geniale Refrains, dazu der überragende Gesang Chesters, der hier noch einmal alles rausholt und mehr denn je mit viel Gefühl singt. Ein absolut gelungener Abschluss zu einem fast vollständig runden Album.

 

Eindrücke:

Man hat das Gefühl nach Hause zu einem guten Freund zu kommen der fast verloren schien, wenn man Living Things hört. Linkin Park sind wieder da, wo sie zu Beginn waren, aber endlich wieder richtig gut. Meteora war, wenn man ehrlich ist nicht viel mehr als ein Remake von Hybrid Theory, wenn auch ein verdammt gutes. Minutes to Midnight war eher als "ganz okayes" Experiment zu werten, dass nicht vollständig überzeugte und von A Thousand Suns mag ich gar nicht sprechen, aber dieses Album hat wieder alles was man sich von LP wünscht. Tolle Songs, eine geniale Stimmung, richtig gute Lyrics und nur ganz wenig was nach Füllmaterial klingt. Okay, Tinfoil hätte man sich wohl sparen können, Burn it Down ist auch nicht unbedingt der absolute Bringer und Until it Breaks ist auch nur zum Teil ein toller Song, trotzdem haut einen das Album insbesondere auch nach der sehr gesunkenen Erwartungshaltung in Folge des missglückten Vorgängers absolut aus den Socken.

 

Fazit:

Linkin Park sind einfach wieder Linkin Park und sie haben alles im Gepäck, was sie für mich als Fan immer ausgemacht haben. Raps, Elektronische Beats von Mr. Hahn, animalische Shouts von Chester, dazu großartiger Gesang und Songs mit Ohrwurm-Charakter. Nach nunmehr 3 Wochen Dauerrotation (etwas das sehr lange kein Album mehr bei mir geschafft hat) habe ich mich immer noch nicht an dem Album sattgehört und bin nach wie vor richtig geflasht von dem, was Linkin Park hier endlich wieder geschaffen haben. Noch weit Konsequenter sind die einzelnen Elemente, die die Band immer ausgemacht haben eine Symbiose eingegangen, wodurch der Sound unverwechselbar und einfach genial geworden ist und trotzdem die Wurzeln der Band hören und spüren lässt. Klasse!

 

Ich vergebe gemessen an der Tatsache, dass das Album mit der Zeit nur noch besser wird satte

9/10 Punkte

für dieses sehr geniale Werk mit ganz wenigen Schwächen, dass mich von vorne bis hinten beeindruckt und umgehauen hat. LP are back! Und wie!

12.7.12 11:01

Letzte Einträge: Back in the Saddle..., Asterix der Gallier und Horrorfilme (inklusive Kurzreviews)

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