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Bon Jovi - What about Now

Die Songs:

1. Because we can:
Zunächst mal ungemein catchy, endlich mal kein weiterer It´s my Life-Klon als Opener. Insgesamt ein Song mit Ohrwurmcharakter, wenn auch nicht unbedingt genial. Unterm Strich ein sehr solider Song, nicht viel mehr. 6/10

2. I´m with you:
Lässt sich sehr langsam an. Kommt dann gut in Tritt, bleibt aber im unteren Tempobereich, was jedoch nicht stört. Hat etwas hymnenhaftes. Die Lyrics gefallen mir persönlich sehr gut, wirklich schön. Außerdem hat der Song verdammt kraftvollen Gesang. Dazu kommt ein cooles Solo von Richie ab etwa 2:20, was den Song dann nochmal ne ordentliche Ecke in der Wertung nach oben reißt und ein "Öffnen" zum Ende hin, wodurch er sich extrem rund anhört. Starkes Stück - 9/10

3. What about now:
Der Titeltrack, die sind ja häufig ganz gut. Der Anfang hört sich recht stark nach Lost Highway (dem Album) an, was aber nicht schlecht ist. Erneut eine ganz andere Richtung als die andern beiden Songs. Gute Melodie, treibender Rhytmus, sehr schöner Chorus, wenn auch etwas zu sehr ein Nicken Richtung "It´s my Life". Auf jeden Fall tierischer Ohrwurmsong. Dazu die interessanten Synthie-Sounds in der Mitte, die den Song "anders" klingen lassen und die recht BJ-typischen Breaks gegen Ende, die nochmal Schwung reinbringen. Klassischer Single-Song, insgesamt sehr gut hörbar, fühlt sich gut an. 7/10

4. Pictures of you:
Der Anfang ist irgendwie extrem prompt und überrumpelt einen etwas. Danach wie ich finde unheimlich schöne Lyrics, die Richtung Gänsehaut gehen und dann ein "Chorus", der in den Song eingewoben ist, was ich für Bon Jovi eher untypisch finde, aber richtig gut. Erneut ein etwas anderer Stil, modern pop-rockig, voller Klang, treibend und dazu gibts wieder ein schönes Solo plus Breaks die dem Song die Richtung wiedergeben. Für mich ein ziemliches Highlight des Albums, gefiel mir direkt, könnte einer meiner Lieblinge werden 10/10

5. Amen:
Erster Akustik-Song und wieder ne neue Richtung. Fängt sehr ruhig an, Jon singt wirklich stark hier und trägt den Song vorwiegend mit seiner Stimme begleitet von Richies sehr reduzierter Akustik-Gitarre. Durch die Streicher, das Schlagzeug im Hintergrund und die zarten Percussions mehr Fülle im Song, bevor die Orgelsounds einsetzen. Der Song füllt sich mit steigender Dauer immer weiter und wird zum richtigen Gänsehaut-Produzenten. Die Lyrics sind erneut wirklich schön (auch wenn das Amen wie ein "Ey Man" klingt, was aber nur geringfügig befremdlich ist...) Insgesamt wirklich schöner Song, der sich mit jedem Hören besser anfühlt. 8/10

6. That´s what the water made me:
Wieder neu neue Richtung, der Anfang ist sehr treibend und geht direkt gut in die Füße. Toller Rhythmus, super Feeling, schöne wenn auch etwas sonderbare Lyrics, sehr cooler Chorus und treibendes Schlagzeug. Dazu wieder ein Solo und schöne Gitarrenarbeit. Der sehr poppige Teil im letzten Drittel mit den Elektro-Beats stört interessanterweise überhaupt nicht und gibt dem Song wieder was Eigenes. Insgesamt aber ne tolle Nummer, die zum rumtanzen einlädt. 8/10

7. What´s left of me:
Der Einstieg wieder mit Akustik-Gitarre, geht recht schnell in Richtung der Country-Anleihen von Lost Highway (erneut). Danach rockt der Song in recht klassischer Manier locker vor sich hin, erstmals kein so starker Stilbruch zum letzten Song, aber trotzdem ne andere Richtung. Die Lyrics sind okay, hatten wir aber irgendwie schon mal. Insgesamt einen Tick zu beliebig und die "Hey, Hey"s nervten mich auf den letzten Alben schon häufiger. Das Solo reißt wieder etwas raus und hebt den Song nicht unbedingt sehr an, freut einen aber dann wieder. Allerdings ist der Part mit den Claps, der den Song wieder auf Tempo bringt gegen Ende schön gemacht. Unterm Strich zwar catchy aber trotzdem zu beliebig. 5/10

8. Army of one:
Drumeinstieg - wieder was Neues, wieder was Eigenes im Gegensatz zu den anderen Songs. Der Rhythmus gefällt, die Lyrics sind okay, aber etwas zu sehr Livin´ on a Prayer/It´s my Life, zu sehr "Nicht aufgeben, alles wird gut". Im Chorus-Bereich hat man sich dann irgendwie "untertroffen", ziemlich flach, nicht unbedingt klasse. Das Solo hört sich gut an und gibt dem Song dann doch einen Hauch von Epik, unterstützt durch die folgende Passage - was dann aber durch einen erneuten Chorus wieder zunichte gemacht wird - nur um dann durch eine ausgedehnte Instrumentalpassage wieder aufgegriffen zu werden und sehr nice auszuklingen. Zwiespältige Sache, instrumental teils sehr nice, die Lyrics sind aber eher Kopf->Tisch macht dann wieder 5/10

9. Thick as Thieves:
Hier musste ich zugegebnermaßen erstmal googlen was diese Redewendung denn überhaupt bedeutet, weil mir der Titel zu strange anmutete. Danach musste ich dann allerdings sofort an Jon und Rich denken - gute Grundvoraussetzung. Der Song ist wieder GANZ anders als der Rest des Albums mit seiner tollen Pianoline. Die Lyrics sind richtig schön und der Songaufbau gefällt auch absolut. Ein Gänsehaut machender Song über Freundschaft und das Zusammenhalten, auch wenns in den Lyrics dann um Freundschaft Mann-Frau geht. Dadurch dass dann Richie und Jon im Duett singen geben sie dem Song dadurch doch das Gefühl, dass es im Kern um die beiden geht. Der Song ergreift einen, die Lyrics sind super, man bekommt Gänsehaut und fast Tränen in den Augen. Klasse! Richtig starke Nummer. 10/10

10. Beautiful World:
Wieder ein treibender Song mit schnellerem Rhythmus. Die Lyrics sind zwar nicht unbedingt etwas besonderes, sind aber trotzdem schön. Die Instrumentierung wird recht schnell dichter und geht dann voll klar. Durch das recht hohe Tempo geht der Song jedoch wieder in die Beine und man wippt unbewusst sofort mit. Gute Uptempo-Nummer zum auflockern, außerdem ist die Gitarrenarbeit echt schön. Mir gefällts 7/10

11. Room at the end of the World:
Interessanter Einstieg, recht ruhig, stilistisch wieder ne andere Richtung, insbesondere im Kontrast zum schnellen Beautiful World. Gesanglich wieder richtig hervorragend, die Gitarrenarbeit ist ebenfalls sehr schön zum Teil. Der Aufbau ist cool, der Song "wächst" über die Laufzeit und wird immer dichter. Dazu gibt es erneut schöne Backing-Vocals von Richie. Die Lyrics sind etwas eigen, aber trotzdem recht schön. Insgesamt sicherlich kein totales Highlight, aber durch die Pianopassage gegen Ende, die tolle Instrumentierung und den wirklich starken Gesang von Jon dann doch ein Song der ein gutes Gefühl hinterlässt. 7/10

12. The Fighter:
Absolut ruhiger aber melodisch richtig toller Akustik-Einstieg in den Song, klasse auf den Gesang abgestimmt. Hört sich sehr speziell aber gut an. Die Lyrics erinnern mich zwar geringfügig von der Thematik her an Last man Standing, besitzen jedoch genug Eigenständigkeit um trotzdem zu überzeugen. Der Chorus geht in diesem sehr ruhigen Stil absolut klar und Jons Gesangsleistung ist erneut wirklich hervorragend. Er trägt gemeinsam mit der ruhigen Akustik-Gitarre den Song problemlos und verleiht ihm etwas besonderes. Dazu kommen erneut sehr schöne Passagen gemeinsam mit Richie im Hintergrund - diese beiden Stimmen vereint klingen einfach klasse. Die Streicher und Trompeten zu Beginn des letzten Drittels passen hervorragend ins Gesamtbild und runden einen insgesamt sehr guten Ausklang des Albums ab. Auch die schöne Struktur die den Beginn des Songs am Ende nochmal aufgreift ist toll. 9/10

Bonustracks lasse ich jetzt mal unbeachtet, da sie für meine Begriffe jetzt nicht direkt zum Album gehören. Zumal sie ja auch zum Teil nichtmal exklusiv für What about now geschrieben wurden. Von daher fallen sie für mich aus der Wertung.

Fazit:
Insgesamt ist das Album verdammt vielseitig geworden mit ungemein vielen unterschiedlichen Einflüssen und Richtungen. Trotzdem ist es rund geworden und fühlt sich gut an. Musikalisch vielleicht wieder etwas ruhiger als The Circle und mehr Richtung Lost Highway, trotzdem ein stellenweise recht angenehm rockender Output. Dass Bon Jovi nie wieder so "hart" werden wie früher sollte jedem klar sein, wer sich jedoch mit dem Stil seit Have a Nice Day anfreunden kann wird auch hier nicht enttäuscht werden. Sicherlich ist vieles davon reichlich Radiokompatibel und poppig, aber daran hab ich mich noch nie gestört. Die Songs glänzen teils durch klasse Lyrics, Jons Gesang ist klar, deutlich und richtig gut. Die Instrumentierung ist größtenteils ebenfalls absolut gelungen, es gibt einige Solos, recht viele Streicher, ein paar richtige Pianopassagen und Drumsolos haben Bon Jovi ja noch nie ausgezeichnet. Tico ist gewohnt dezent und gibt den Rhythmus vor, passt so.

Alles in allem kann man sagen die Scheibe ist gelungen und wird sicher mit den nächsten Paar Durchläufen noch zulegen, war bei The Circle auch schon so. Für mich jedenfalls n guter Output, aber sicherlich nicht so genial wie The Circle, die mE keine Ausfälle hatte und das stärkste Album seit Bounce war.

Macht dann unterm Strich: 8/10, was der Platte sicherlich auch völlig gerecht wird und schon in Hinblick auf die Steigerung mit der Zeit dann aufgerundet ist.

8.3.13 14:02

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